Einsatz in vier Wänden XXL

Seit Monaten läuft an der Breslauer Straße ein Einsatz in vier Wänden im Großformat. Die komplette Häuserzeile wird umgekrempelt und saniert.

 

BORKEN. Draußen an der Breslauer Straße platscht der Regen in die Baustellen-Pfützen. Doch Magdalene Schoofs stört das nicht weiter. „Willkommen in meiner neuen alten Wohnung“, heißt die 60-Jährige ihre Besucher willkommen. Mit ihrem Mann ist die Borkenerin im Spätsommer erst aus- und Anfang des Jahres wieder ins Haus Nummer 23 eingezogen.

In den Monaten dazwischen fand ein „Einsatz in vier Wänden“ im XXL-Format statt. Die Wohnbau Westmünsterland krempelt für rund 15 Millionen Euro die komplette Häuserzeile um (die BZ berichtete). Die Sanierung läuft noch bis Frühjahr 2013.

Im Zentrum der ersten Etappe stand das „Hufeisen“, die Hausnummern 17 bis 29. „Ich hab’ hier zeitweise 100 Handwerker am Laufen“, sagt Nicole Grewe-Stenkamp (37) vergnügt. Die Diplom-Bauingenieurin hält als Projektleiterin die Fäden zusammen, und das sind jede Menge. Böden, Fenster, Fliesen, Elektrik, Heizung, Fassade, Treppenhäuser – alles ist bereits oder wird noch neu. Um das zu ermöglichen, habe zuvor ein „Rückbau zum Rohbau“ stattfinden müssen. Die äußeren Umrisse der Wohnungen blieben unverändert, innen wurde vieles neu aufgeteilt. „In meiner alten Küche ist jetzt das Badezimmer, im alten Badezimmer der Abstellraum und im Esszimmer die Küche“, erklärt Magdalene Schoofs die wundersame Wandlung ihrer 70-Quadratmeter-Wohnung.

Über die Wohnbau ist die langjährige Mieterin voll des Lobes. „Das hat wirklich alles prima geklappt“, versichert sie. Die Hilfe beim Umzug, und den direkten Draht zur Bauleiterin nennt sie als Beispiele. Bei der Ausstattung habe sie ein Wörtchen mitreden können, und „die Heizkörper sind alle da, wo ich sie haben wollte“.

Die Mietergemeinschaft im Haus wird sich verändern. Neben vier alten Nachbarn werden vier neue dazukommen. „Ich habe mir sagen lassen, dass das super Leute sind“, ist Magdalene Schoofs nicht bange.

Wohnbau-Technikvorstand Dr. Stefan Jägering freuen solche freundlichen Rückmeldungen. „So ein Riesenprojekt lässt sich nicht über die Köpfe der Bewohner hinweg stemmen.“ Von schlechter Stimmung sei ihm nichts bekannt. Eine besondere Herausforderung sei die Organisation der Umzüge. Während der „heißen Phase“ wurden die Mieter vorübergehend umgesiedelt. Das Ehepaar Schoofs etwa war vier Monate einen Steinwurf entfernt im Haus Nummer 15 untergebracht. Die Wohnung dort sei aber keine „Kabache“ gewesen, sagt Jägering. Zwei Maler seien eigens abgestellt gewesen, die Zwischen-Quartiere schüssig zu machen.

Die Höhe der Miete ist für Jägering kein Reizthema. Sie steigt im sozialen Wohnungsbau von 4,06 Euro pro Quadratmeter auf 4,45 Euro. Und damit niedriger, als in der Landesstatistik demnächst für Borken vorgesehen. Bei den Nebenkosten wird es voraussichtlich auf eine deutliche Entlastung hinauslaufen. Der künftige Energiebedarf pro Quadratmeter werde nur noch ein Fünftel des bisherigen betragen. „Ich lass mich überraschen“, sagt Magdalene Schoofs frohgemut.

 

Quelle Text/Fotos: Borkener Zeitung

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